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10.10.2008 | Werben mit Umweltgedanken
 

Gott sei Dank haben wir sie überstanden, die Zeit wo Ökologie in der Werbewelt noch mit mausgrauem Recycling Papier in Verbindung gebracht wurde. Ob bodenständig oder luxuriös – auch der Medienbranche gelingt es heute immer besser, auf das stärker werdenden Bewusstsein für einen nachhaltigen und ökologisch orientierten Lebensstil zu reagieren. Heute kann man ohne Bedenken grün sein, ohne grau sein zu müssen!

Chlorfrei gebleichte Zellstoffe, zertifizierte Papiere, verbrauchsoptimierte Maschinen, emissionsreduzierte Produktionsprozess – die Bereitschaft verantwortungsvoll zu agieren steigt deutlich. Der Werbewelt ist längst bewusst geworden, dass sich ihre Produkte nicht allein mehr über Qualität und Preis definieren, sondern zunehmend auch über ihre ökologische Verträglichkeit. So liegt die Altpapiereinsatzquote in Deutschland aktuell bei 68%, der spezifische Verbrauch an Wasser in den Druckereibetreiben ist seit 1995 um die Hälfte reduziert worden und auch der Energieeinsatz konnte um ein Drittel wirksam gesenkt werden. Ein weiterer Erfolg des umweltbewussten Wirtschaftens ist es, dass heute bereits für 100% des eingesetzten Holzes und für 75% des eingesetzten Zellstoffes in der Papierherstellung, die Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft nachgewiesen werden kann.

Und während die deutschen Vorreiter bereits auf „klimaneutralem“ Papier drucken, zeigt sich auch bei vielen unserer Kunden der deutliche Trend zu haptisch ansprechendem Naturpapier anstelle des altbewährten, klassischen Bilderdrucks. Nicht allein, dass es vielfach passender zum Haus und zur eigenen Unternehmensstrategie ist, die innovativen Entwicklungen der letzten Jahre in der Druck- und Papierverarbeitung ermöglichen es inzwischen auch, die Qualität von Farbe und Bild hoch zu halten.

Für den Endkonsumenten bedeutend stellen sich die Umwelt-Markenzeichen dar. Obwohl der Dschungel an Umweltsiegeln dem Laien oftmals zum Verhängnis werden kann, zeigt sich deutlich, dass schnelle Lippenbekenntnisse über kurz oder lang als Etikettenschwindel entdeckt und geahndet werden. Der Verbraucher fordert ehrliches Engagement, worauf die Werbebranche zunehmend mit einem regelrechten Ethikwettbewerb reagiert. Was einerseits als positiv gewertet werden kann, muss aber wirtschaftlich gut kalkuliert sein, denn das Konsumentenverhalten geht laut neuesten Studien nicht immer mit der Bereitschaft einher, für den Mehrwert des Umweltbewusstseins einen höheren Preis zu akzeptieren.


Dr. Barbara Aster
Hotel & Tourism Consulting Michaeler & Partner


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